KARSAMSTAG

Den ganzen Tag Anbetung beim Heiligen Grab in der Kapelle.
Auferstehungsfeier mit Familien mit anschließender Speisenweihe 17:00Uhr.
Auferstehungsfeier in der Pfarrkirche St. Barbara um 19:30 Uhr

Mit dem Segnen des Osterfeuers im Pfarrhof, Entzünden der Osterkerze, feierlichem Einzug in die dunkle Pfarrkirche St. Barbara, begann die Auferstehungsfeier um19:30 Uhr. An drei Stellen - vor der Kirche, in ihrem Eingangsbereich und vor dem Altar – blieb der Zug stehen und Pfarrer Rudolf Theurl sang, in Begleitung von Pastoralassistenten Mag. Anton Mascher, den Ruf „Lumen Christi“ („Licht Christi“), bevor er die Osterkerze an den Altartisch stellte. Nach den Lesungen und dem feierlichen Gloria, schloss sich unmittelbar die Tauffeier an, die mit der Allerheiligenlitanei eröffnet wurde und mit dem segnen des Taufwassers im Weihwasserbecken mit der Osterkerze endete.
Den Höhepunkt der Osternacht bildete dann die Eucharistiefeier mit Pfarrer Rudolf Theurl, gesanglich umrahmt von der Liedertafel Fruntsperg.
Am Schluss des Gottesdienstes versammelten sich die Gläubigen gemeinsam mit Pfarrer Theurl, den Ministranten und der Liedertafel Fruntsperg vor dem hochaufloderndem Osterfeuer im Pfarrhof und intonierten gemeinsam das Lied „Großer Gott wir loben dich“.


Geschichtliches:

Wenn von Ostern die Rede ist, denken wir in erster Linie an die bedeutendsten Tage in dieser Zeit. Neben dem Gründonnerstag, an welchem des letzten Abendmahles Jesu gedacht wird, handelt es sich dabei natürlich um den Karfreitag, der Tag der Kreuzigung Christus sowie an seine Auferstehung in der Nacht zum Ostersonntag.
Diese Zeit heißt aber Karwoche und umfasst insgesamt sieben Tage. Das Wort Kar wurde abgeleitet aus dem Altdeutschen „Kara“ und bedeutet Trauer und auch Klage. Zur Karwoche gehören die sogenannten stillen Tage des Montag bis Mittwoch, an denen keine besonderen Feierlichkeiten stattfinden. Die eigentlichen Klagen jedoch sind die letzten drei vor Ostern, und einer davon – nicht der geringste – ist der Karsamstag.
Der Karsamstag ist ein Tag der Ruhe und des stillen Gebetes. Ein Moment der inneren Einkehr, ohne Gottesdienst – und in allen Katholischen Kirchen auch ohne Geläut, denn als Ausdruck der Betroffenheit über das Schicksal und Leid von Jesus Christus schweigen die Glocken in der Zeit zwischen dem Gloria am Gründonnerstag und dem Gloria in der Osternacht. Ja sogar Blumen und Kerzen sucht man vergebens in den Kirchen, die Altäre sind ihres Altartuches entblößt und zeigen symbolisch den nackten Stein. Messen finden mit Ausnahme der Karmette, einer Trauermette, und manchmal auch einer Kreuzwegandacht nicht statt.
Es können zudem keine mit Festfreude verbundenen Sakramente wie etwa die Eucharistie (Abendmahl) gefeiert werden. Lediglich Bußsakrament und Krankensalbung werden gespendet, und auch die heilige Kommunion darf an diesem Tag nur als Sterbekommunion, also als Wegzehrung, empfangen werden.
In dieser Zeit gedenken wir vor dem höchsten christlichen Feiertag inhaltlich der Totenwache am Grabe Jesu, denn er ist dem Glaubensbekenntnis zufolge hinabgestiegen in das Reich der Toten. Wir nehmen Anteil am Schicksal seiner Jünger, welche sich aus Furcht, ihrem Heiland zu folgen, vor der Obrigkeit versteckten.
Dieser Tag ist jedoch auch ein Tag des Abschließens mit der Vergangenheit. Jedes Ende beinhaltet die Saat für einen neuen Anfang – was geschehen ist, muss akzeptiert und neue Wege müssen gefunden werden. Die Hoffnung auf bessere Zeiten bricht sich allmählich Bahn und wird, wie sich bald zeigt, nicht enttäuscht werden. Denn am Ende des Karsamstages versammeln sich die Menschen, um den Beginn der Osternacht gemeinsam zu verbringen. Denn allen Bemühungen der Grabwächter zum Trotz: Christus ist auferstanden. Halleluja!

OAR Hans Sternad
Chronist von St. Barbara
Karsamstag, 23. April 2011

B I L D E R